Runensystem (Re-Write)
Ursprung: Entdeckung statt Erfindung
Man sagt zwar, dass Runen erfunden wurden, aber das stimmt nur so halb. Runen wurden eigentlich viel mehr entdeckt, denn es wurde sich die Many-Ebene in ihren Grundlagen angeschaut, und dabei fiel Honius Kalzius Gebam[1] auf, dass innerhalb der Many-Ebene eine Art Netz verläuft. Als er dieses Netz anfing zu erforschen, bemerkte er, dass es möglich ist, mit ganz bestimmten Symbolen das Many zu kontrollieren. Diese Symbole würden in Zukunft die Runen werden.
Honius wurde in die Spezies der Geriier[2] hineingeboren, was es ihm überhaupt erst erlaubte, dies über die Many-Ebene herauszufinden. Honius sagte immer, dass das Netz im Many so komplex und schön wäre, dass jedes Fassen in Worte es nur beleidigen würde. Trotzdem – und weil die Runen alle in Form von Hexagonen kommen – sagen viele, das Netz sei aus Hexagonen geformt.
Honius schaffte es nach vielen Experimenten, die ersten Runen zu entwerfen, und legte damit die Grundregeln der Runen-Magie fest.
Honius verfolgte sein Leben lang das Gefühl, dass die Many-Wellen einem Muster folgen — sie verhalten sich nicht wie Wasserwellen und breiten sich nicht in alle Richtungen gleich schnell aus. Mit Formen- und Zeichen-Experimenten entwickelte er Proto-Runen, die schon etwas funktionierten. Beim Fest der Erleuchtung zeigte er sie dem Dongerbezer. Der war so überrascht, dass jemand das Muster bemerkt hatte, dass er Honius das Netz selbst zeigte. Danach konnte Honius es immer wieder finden; er passte die Formen seiner Proto-Runen an das Muster an und entwickelte so die Runen. Der Dongerbezer zeigte ihm dabei nicht das fertige Runensystem, sondern das Netz, nach dem Honius seine ganze Jugend gesucht hatte.
Honius hat den Geriiern nie erzählt, dass der Dongerbezer ihm das Netz zeigte. Das Gro — die Rückengeräte der Geriier mit einem Geoni („Geco") darin — gab er als „Geschenk des Dongerbezers" aus. Die Geriier bauen die Geräte nach der Blaupause nach und wissen, dass Runen eingetragen werden — aber sie verstehen das Konzept hinter den Zeichen nicht (Details: Geriier).
Aufbau: Verschachtelte Hexagone
Die Form einer Rune bewegt sich immer innerhalb eines Hexagons. Dieses Hexagon enthält wiederum sechs kleinere Hexagone, die an den Innenkanten anliegen. Jedes dieser Hexagone ist ebenfalls wieder mit sechs kleineren Hexagonen gefüllt, die innen an den Kanten anliegen, und diese sind wiederum mit sechs kleinen Hexagonen gefüllt.
Zur einfacheren Erklärung werden diese Hexagone in Ebenen eingeteilt:
- Ebene 1: die ersten sechs Hexagone, die direkt an den Außenlinien anliegen.
- Ebene 2: die Hexagone, die sich in diesen sechs befinden.
- Ebene 3: die Hexagone, die sich innerhalb der Hexagone der zweiten Ebene befinden.
Das zugrunde liegende Muster aus Hexagonen wird nicht komplett für jede Rune gezeichnet. Es werden pro Rune nur die Striche gemalt, die gebraucht werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen.
Vorzeichen: Oben und Unten
Dabei ist die obere Hälfte eines jeden Hexagons positiv und die untere Hälfte negativ. Jeder Strich ist entweder positiv oder negativ, je nachdem, ob er in der oberen oder der unteren Hälfte eines Hexagons gemalt wird.
- Oben und unten sind fest an die Zeichnung gebunden: Jedes Hexagon wird immer in derselben Ausrichtung gezeichnet, mit einer flachen Kante unten und der gegenüberliegenden flachen Kante oben.
- Ein Strich genau auf der waagerechten Mittellinie eines Hexagons – etwa von einer Ecke zur genau gegenüberliegenden – zählt als mittlerer Strich und verändert den RFZ nicht.
- Reicht ein Strich über mehrere Ebenen hinweg, wird er nicht mehrfach gezählt: Er fällt vollständig in die Ebene, in der sein längerer Teil verläuft.
Runenfrequenzwert (RFZ)
Jeder einzelne gesetzte Strich verändert den Runenfrequenzwert (RFZ) der gezeichneten Rune:
| Ebene | Wert pro Strich |
|---|---|
| 1 | 50 |
| 2 | 144 |
| 3 | 313 |
Der Wert ist je nach Vorzeichen des Strichs (positiv/negativ, siehe oben) ein Plus- oder Minuswert. Mittlere Striche verändern nichts am RFZ.
- Der RFZ einer fertigen Rune ändert sich danach nicht mehr und wird bei ihrer Nutzung einfach als gegebener Wert verwendet.
- Der RFZ beschreibt die Rune, bestimmt aber keine feste, berechenbare Many-Kosten-Formel.
Zeichnen und Beherrschung
Eine eigene Komplexitäts-Stufe für Runen gibt es nicht. Der Runenfrequenzwert (RFZ), der sich direkt aus dem gezeichneten Muster ergibt, ist bereits das, was eine Rune ausmacht – eine separate Einstufung obendrauf ist unnötig.
Auch ein Meisterschafts- bzw. Stufensystem (wer eine Rune wie gut beherrscht) gibt es nicht. Stattdessen gilt: Wer eine Rune kennt, kann sie zeichnen. Abgestufte Lernkurven werden nicht mechanisch abgebildet.
Zusammenspiel mehrerer Runen
Runen werden weiterhin in einem Hexagon-Netz platziert: nebeneinander, mit etwas Abstand dazwischen. Der Zwischenraum zwischen zwei Runen zählt dabei mit zum Netz.
Wie kompatibel unterschiedliche Runen im selben Netz zueinander sind, bestimmt die Runen-Resonanz (auch: Many-Resonanz). Sie wird qualitativ beschrieben und besitzt keine feste Wertetabelle.
In-World-Ausrichtung
Die feste Ausrichtung einer Rune gilt auch innerhalb der Welt: Eine Rune kann physisch gedreht werden, doch für das Many zählt immer die Ausrichtung, wie sie ursprünglich gezeichnet wurde. Wer eine Rune anwenden will, muss deshalb für jede einzelne Rune auch ihre korrekte Ausrichtung lernen.
Footnotes
Der Geriier, der für die Entdeckung der Runen in die Geschichte einging. Schon zu Lebzeiten wurde er zur Legende, denn mit den Runen brachte er die Magietech ins Leben. ↩︎
Die Geriier sind eine Rang-3-Spezies aus der Dimension Hulu und im Multiversum als die absoluten Könige der Many-Manipulation bekannt. Selbst in den Dimensionen des Rang-2 gibt es kein Lebewesen, das mit so starken und komplexen Orrin geboren wird. Sie leben und atmen Many förmlich. → Geriier, Hulu ↩︎